
Der
Ochsenweg in den Herzogtümern Schleswig und Holstein. Bis zum Beginn
der Verkehrsrevolution des 19. Jahrhunderts, die mit dem Bau von Chausseen
oder "Kunststraßen" 1832 begann und durch erste Strecken der
Eisenbahn seit 1844 fortgesetzt wurde, war der Ochsenweg die zentrale Verkehrsader
in Schleswig-Holstein. Seine Ursprünge reichen wahrscheinlich bis
in die Bronzezeit (1700 bis 500 vor Christi Geburt) zurück. Er war
der zentrale Landweg zwischen Dänemark und Norddeutschland, verband
also Nord- und Mitteleuropa und diente als Treibweg für Vieh, was
zum in Deutschland gebräuchlichen Namen "Ochsenweg" führte, war
Marschweg für Ritter, Landsknechte und Soldaten, also "Heerweg" oder
"Hærvej", wie er in Dänemark allgemein genannt wird. Dieser
Weg war keine Straße im heutigen Sinne, die mit einer Trasse von
A nach B führte, sondern bestand aus einem Bündel von Wegen von
Viborg bis zur Elbe bei Hamburg. Das System lag auf der Geest. Die
Wege waren fast ausnahmslos unbefestigt und daher im Sommer staubig und
sandig, in der kalten Jahreszeit morastig, grundlos und häufig unpassierbar.
Von Hamburg und der Elbe aus führten durch Holstein eine Route über
Itzehoe und eine über Neumünster nach Rendsburg. Im
Herzogtum Schleswig ging es entlang der Städte Schleswig, Flensburg,
Hadersleben nach Kolding, das an der Königsau lag, der alten Grenze
des Herzogtums. Daneben gehörten in Nordschleswig zu dem Heerwegsystem
noch Verbindungen nach Ripen und zu mehreren Übergangsstellen über
die Königsau.