Handel
& Co
Hohenwestedt Ochsentreiberdenkmal
Der Weg war immer ein Handelsweg. In der Bronzezeit wurden die für
das Metallhandwerk unerlässlichen Rohstoffe Kupfer und Zinn aus
Mittel- und Süddeutschland sowie den Alpen und den Karpaten auch über
diesen Weg eingeführt. Seine besondere Bedeutung erlangte der Weg
in der frühen Neuzeit (16. bis 18.Jahrhundert) durch den Ochsenhandel.
Der Massenexport von Ochsen aus Dänemark nach Nordwesteuropa, setzte
Ende des 15. Jahrhunderts ein und wurde vor allem über Land abgewickelt.
Er begann mit der Aufzucht in Dänemark. Vier bis fünf Jahre weideten
die Bauern die sogenannten Grasochsen. Zu Stallochsen wurden sie, wenn
sie danach über Winter auf den adligen und königlichen Gütern
gemästet wurden. Von den Gütern wurden sie an Viehhändler
verkauft, die sie nach dem Winter, im März und April, nach Süden
treiben ließen. Dabei wurden vorrangig die Trassen des alten Heerweges
genutzt. Auf dieser Strecke waren in den Spitzenzeiten in einem Frühjahr
Viehtreiber mit insgesamt bis zu 50.000 Ochsen unterwegs. Während
des Sommers wurden die Tiere, die vom langen Treiben stark geschwächt
waren und oft nur noch aus Haut und Knochen bestanden, in den holsteinischen,
niedersächsischen und friesischen Marschgebieten gemästet, um
dann im Herbst vor allem nach Hamburg und in die niederländischen
Städte verkauft zu werden. Der Ochsenhandel unterlag starken konjunkturellen
und kriegsbedingten Schwankungen. Die Ochsentriften durch die Herzogtümer
erfuhren schon Mitte des 17. Jahrhunderts durch die kriegerischen Ereignisse
einen starken Rückgang, zu altem Umfang kehrten sie danach nie mehr
zurück. Getrieben wurde bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts, danach
übernahm die Eisenbahn den Viehtransport.
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