Die Menzelschlacht

Am 10. Januar 1932 gab es in Rendsburg eine Schlägerei zwischen der SA und SS sowie Kommunisten und Reichsbanner. Bei dieser Auseinandersetzung kam auch Richard Menzel ums Leben, nach dem diese Schlacht benannt worden ist.

An dem Morgen des 10.Januars 1932 wurde in der Polizeiwache gemeldet, dass ein Lastwagen mit geschlossenem Verdeck in die Stadt gekommen sei, bei dessen Insassen es sich höchstwahrscheinlich um Mitglieder der NSDAP handelte, was durch ihre Kleidung zu erkennen war.  Diese Leute hielten sich in der Aufbauschule auf, wo ein Ausbildungskurs stattfand, von dem aber weder der Bürgermeister noch der Polizeiverwalter etwas wussten.

Bei den Ausbildungskursen handelte es sich um Kurse für den "Grenzschutz", wobei dies nur ein Name für die versteckte Zusammenarbeit zwischen der Reichswehr und den rechten und nationalen Verbänden war.

Als die Kursteilnehmer aus dem Gebäude kamen, bildeten sich Diskussionsgruppen der Arbeiter und es gab kleinere Reibereien zwischen  diesen Arbeitern und den SA-Angehörigen. Diese waren auf dem Weg zum Schützenhof, da der SA-Führer dort einen Felddienst üben wollte und danach wollten sie noch dort bleiben. Der SA-Führer musste jedoch dem Polizeioberinspektor den Schluss der Veranstaltung melden.

Es wurde behauptet, dass eine Kommunistenversammlung auf dem ehemaligen Kasernenhof stattfand, doch dort fand nur ein Ballspiel mit Zuschauern statt. Auch auf dem Paradeplatz waren mehrere Menschengruppen von etwa 50 Personen zu sehen, was aber sonntags eigentlich nichts Ungewöhnliches war. Dennoch  empfahl der Polizeiinspektor den SA-Anhängern den Paradeplatz zu umgehen, indem sie durch die Hindenburgstrasse, die Alte Kieler Landstrasse, die Moltkestrasse, die Baronstraße, die Herrenstrasse und die Bahnhofsstrasse ihren Weg nehmen.
Vom Schützenhof marschierten dann 40 bis 120 Nationalsozialisten ab, wobei nur 80 an der folgenden Schlägerei beteiligt waren. Als dieser Zug die Baronstrasse passierte, begleitet von einer Menge Neugieriger und anderen Leuten von insgesamt ca. 100 Personen, flogen die ersten Schimpfwörter und es wurde wahrscheinlich auch mit Steinen geworfen. In Höhe des Kasernentores begannen die ernsteren Tätigkeiten. Die Nationalsozialisten gingen gegen die Menge vor und drängten sie zurück, wobei mehrere politisch andersdenkende zu Boden geschlagen wurden.

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Kartenauszug aus:
http://www.kbvwest.de/vadrrgl/srendsburg.htm