Die SS "schenkte" Rendsburg den "Bombenkrug"
Im Juli 1932 gab es im heutigen Kreis Rendsburg-Eckernförde eine Demonstration der NSDAP. Diese sollte bezwecken, dass die NSDAP bei der Reichstagswahl am 31.07.1932 die absolute Mehrheit bekommen sollte. Sonst hätten sie eine Diktatur "herbeibomben" wollen. Deshalb hielt sich die SS und SA in höchster Alarmbereitschaft. Informationen zufolge sollten nämlich nach der Wahl Unruhen ausbrechen. Und so war es dann auch: In mehreren Städten Schleswig - Holsteins gab es Sprengstoffanschläge auf Einrichtungen und Häuser der KPD und SPD.
Gegen 2.45 Uhr fuhr ein Personenwagen von der Elefantenstrasse in die Ritterstrasse. Zwei Stielhandgranaten wurden gegen das Parteilokal (Haus Nr.1) der KPD geworfen. Eine flog gegen die Außenwand, die Andere in das Schankzimmer. Alles wurde verwüstet. Alte KPD - Mitglieder bezeichnen dieses Lokal nun als "Bombenkrug".
Die Granaten stammten, wie festgestellt wurde, von dem Gelände des Schützenhofes in Rendsburg aus ehemaligen Heeresbeständen (Am 10.01.1932, dem Tag der "Menzelschlacht", glaubten viele, dass die NSDAP im Garten des Schützenhofes mit Waffen übe).
Vor dem Sondergericht Altona waren im November 1932 40 Personen wegen verbrecherischen und gemeingefährlichem Gebrauchs von Sprengstoff angeklagt. Daraufhin verkündete das Gericht Strafen zwischen 6 Jahren und 6 Monaten im Zuchthaus und einem Monat Gefängnis. 10 Angeklagte wurden freigesprochen.