Dänische Minderheiten in Rendsburg
Die dänische Minderheit in Rendsburg tritt erst kurz nach dem 2.Weltkrieg in Erscheinung. Schon früher gab es Menschen in der Stadt und in der näheren Umgebung die dänisch gesinnt waren. Die Umstände 1945 waren so, dass viele sicherlich und mit einigem Recht glaubten, dass das Gebiet zwischen Eider und der deutsch-dänischen Grenze bald wieder zu Dänemark gehören würde. Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass der neugegründete Südschleswigsche Verein und die folgenden dänischen Vereine viele Mitglieder gewannen. Viele Versammlungen der Vereine wurden unter Protest Andersdenkender abgehalten. Immer wieder gab es Widerstand gegen alles Dänische. Inzwischen hat sich vieles geändert. Dazu hat auch das Bonn-Kopenhagener Abkommen von 1958 beigetragen. Es beinhaltet, dass Kinder in den dänischen Institutionen genauso bezuschusst werden sollen wie Kinder in den deutschen Einrichtungen. Die Mitglieder der dänischen Minderheit leben in einer modernen Welt, wie alle anderen in Rendsburg-Eckernförde. Dazu tragen eine Vielzahl von Kindergärten, Schulen, Horten, ein Sozial- und Gesundheitsdienst, Kirchliche Einrichtungen, ein Bibliothekswesen sowie Jugend-, Kultur- und Sportvereine bei. Dänische Theatergruppen gastieren regelmäßig im Kreis. Die Gemeinden und der Kreis tragen nur ein Bruchteil der Zuschüsse für diese Veranstaltungen, jedoch den allergrößten Teil trägt der dänische Staat.
In Rendsburg ist der Einfluss ebenfalls deutlich zu erkennen. Die Ejderskolen ist eine Institution, die an der kulturellen Entfaltung der Minderheit maßgeblich beteiligt ist. Die Ejderskolen wird derzeit von 238 Schülerinnen und Schülern besucht. Mit dem Bestehen der 8. Klasse erhält man den Hauptschulabschluss und hat als Schüler die Möglichkeit in Schleswig seine Mittlere Reife und anschließend in Flensburg das Abitur zu meistern. Die Abschlüsse sind deutsch-dänisch anerkannt. Die Finanzierung der Ejderskolen ist größtenteils eine Parteipolitische Angelegenheit, jedoch verallgemeinernd kann man sagen, dass 60% der Kosten vom dänischen, und 40% vom deutschen Staat getragen werden. "Die kulturelle Eigenständigkeit und die politische Mitwirkung nationaler Minderheiten und Volksgruppen stehen unter dem Schutz des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände" (SSW). In den Gemeinderäten und im Kreistag wird immer wieder für eine finanzielle Gleichbehandlung von Mehrheit und Minderheit geworben (SSW = Südschleswigscher Wählerverband)
Quellen: www.rd-eck.ssw.dk, www.rendsburg.net, Verwaltung Ejderskolen (13.02.03)
Jan Förster, Gerrit Druschke