Quark - Woher kommt die Milch
?
Interview mit einem Landwirt in der Nähe von Montargis (Saint-Germain-des-Prés am 14. März 2002) - von Ariane Bülow
1.Frage: Wieviele Kühe haben Sie?
Ich habe 150 Kühe. Die habe ich mir gerade neu gekauft , da wir alle Kühe durch einen BSE-Fall verloren haben.
2.Frage: Haben Sie auch noch andere Tiere , außer Kühe?
Ja, ich , bzw. wir, es sind nähmlich 5 Familien die diesen Betrieb leiten, haben noch 1000 Schweine und 500ha Getreideanbau. Außerdem haben wir noch 2 Hunde.
3.Frage: Wieviel Liter Milch erzeugen Sie im Jahr ?
9000 l/Jahr. Man darf in Frankreich nicht mehr als 1 200 000l/Jahr produzieren und man darf auch nicht die überschüssige Milch an andere Bauern verkaufen , so wie z.B. in Deutschland.
4.Frage: Zurück zu dem BSE-Fall; Haben Sie von dem Staat Geld wiederbekommen um eine neue Existenz aufzubauen?
Ja, Das lief so ab: Ein Mann vom Staat ist zu uns auf den Bauernhof gekommen und hat die alten Kühe geschätzt. Dieses geschätzte Geld haben wir dann bekommen und konnten uns neue Kühe kaufen. Wir haben aber nicht das ganze Geld in den Kuhkauf gesteckt, sonder haben noch andere wichtige Maschienen gekauft.
5.Frage: Und sind die Leute immer noch skeptisch , obwohl Sie jetzt neue Kühe haben?
Ja, aber ich glaube das muß man auch , denn man kann ja auch nicht bei den neuen Kühen sicher sein , ob sie gesund sind.
6.Frage: Was bekommen bei ihnen die Kälbchen zu fressen?
In den ersten 5 Tagen bekommen sie die Muttermilch und danach Pulvermilch.
7.Frage: Wie läuft das bei ihnen mit der Befruchtung ?
Das wird bei uns technisch gemacht. Wir haben zwar einen Bullen, aber der ist nur dazu da, dass damit wir sehen, ob die Kühe befruchtungsbereit sind. Und so funktioniert die Befruchtung : Man befruchtet eine Kuh, in der entwickeln sich z.B. 4 Babys. Nach ein paar Wochen werden drei wieder entnommen und in andere Kühe hineingesetzt.
8.Frage:Und wieso machen sie eine so komplizierte Befruchtung?
Zur Befruchtung nimmt man den besten Qualitätssamen , also von einem sehr guten Bullen, und setzt diesen in eine gute Kuh , das heißt, sie hat ein gut geformtes Euter und eine gute Milchqualität , ein. Diese Kuh gibt den Kälbchen dann ihre Erbanlagen mit und die behält es , auch wenn das Ei in eine andere Kuh eingesetzt wird. Somit bekommen wir nur die besten Kälbchen.
Ein anderes Interview auf Französisch
Besuch eines Bauernhofes in der Nähe von Montargis - ein Bericht von Josefine Heininger
Mit dem Comenius-Projekt fuhren wir am Donnerstag, den 14. März,
einen wunderschönen Bauernhof in der Nähe Montargis besichtigen.
Doch für mich als Vegetarier stellte sich dieser Ausflug als nicht so angenehm dar: Als
erstes kroch mir der sehr markante Landduft in jede Pore und am allerstärksten
belästigte er mich in der Nase.
Dies auszuhalten wäre nicht so schwierig geworden und so entschloss ich mich gutmütig
den Stall zu betreten, wo die Kühe untergebracht waren. Doch was mich da empfing geht
über alle Grenzen: ca. vierzig Tiere dicht an dicht ohne Heu oder Stroh lagern auf einem
harten Betonboden, der mit Kot übersäht ist, in einem dunklen Stall während draußen
die Sonne über grüne Wiesen scheint. Ein Blick in die Augen der Kühe genügte und ich
musste das Weite suchen, was diesen kotverschmierten Tieren wahrscheinlich bis zu ihrem
Ende verwehrt bleiben wird.
So wartete ich mit den anderen Comeniusteilnehmern, die auch vor der Qual der Tiere
geflüchtet waren, in der Sonne auf den weiteren Verlauf.
An diesem konnte ich jedoch auch nicht teilnehmen, weil ich von einem schweren
Heuschnupfen geplagt auch die Scheune schleunigst verlassen musste.
Kuchen und Saft, welches von der netten Bäuerin serviert wurde, habe ich allerdings sehr
genossen.